Die Geschichte der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V., heute eine der bedeutendsten Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes, beginnt gleich in ihren ersten Jahren mit einer ungewöhnlichen Besonderheit. Denn in den ersten Jahren war der Verein sowohl Mitglied des Roten Kreuzes wie auch des Caritasverbandes.
Gründung
Bereits zu Anfang des vorigen Jahrhunderts war es ein Anliegen von Medizinern und Geistlichen „den akuten Mangel an geschultem Pflegepersonal“ zu beheben, wie dies Dr. Heinrich Dreesmann, Chirurg und Chefarzt des St. Vincenz-Krankenhauses in Köln in einem Aufruf beschrieben hatte. Das Anliegen findet große Zustimmung und begleitet vom Kölner Erzbischof Antonius Kardinal Fischer kann im Jahre 1906 der „Katholische Krankenfürsorge-Verein“ gegründet werden.
Mit Zustimmung des Kardinals dürfen examinierte Krankenpflegerinnen sich „Schwester“ nennen und erhalten eine eigene Tracht. Vereinsabzeichen ist eine silberne Brosche, die Christus als barmherzigen Samariter darstellt. Die Inschrift lautet: „Gehe hin und tue desgleichen.“ (Lukas-Evangelium, 10. Kapitel, Vers 36-37) Bis heute gilt dieses Motto der Schwersternschaft als Leitgedanke.
Katholischer Krankenfürsorgeverein vom Roten Kreuz
Katholisch geprägt und zugleich weltoffen schließt sich der Verein 1911 unter Wahrung seiner Selbstständigkeit und des konfessionellen Charakters dem überkonfessionellen Deutschen Roten Kreuz an. Die christlich-katholische Grundhaltung verbindet sich mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt.
Bereits Anfang der zwanziger Jahre zählt der Katholische Krankenfürsorgeverein vom Roten Kreuz 44 Schwestern und 21 Schülerinnen. Der Verein übernimmt weitere bedeutende Arbeitsfelder, so zum Beispiel das Eduardus-Haus in Köln-Deutz und das Malteser-Krankenhaus in Bonn. 1927 stellt der Verein erstmals Pflegekräfte für die Universitäts-Ohrenklinik in Bonn. Dies ist der Beginn einer in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebauten und bewährten Zusammenarbeit mit den Bonner Universitätskliniken.
1937 verliert der Verein durch das Reichsgesetz über das Deutsche Rote Kreuz vorübergehend seine Selbstständigkeit und wird dem Amt für Schwesternschaften im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes unterstellt. Auch der Name ändert sich. Die Gemeinschaft wird umbenannt in DRK-Schwesternschaft „Köln“. Die Schwesternschaft steht vor großen Herausforderungen, gilt es doch in der Folge der Weltwirtschaftskrise und unter den Auflagen des „Dritten Reiches“ sowohl ökonomische Schwierigkeiten zu bestehen, als auch die christliche Lebensform und die Rotkreuz-Grundsätze gegen die politischen Machthaber zu behaupten.
Krieg, Verlust und Neubeginn in Bonn
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird bald jede zweite Schwester zum Wehrmachts-Sanitätsdienst einberufen. Unter oft schwersten Bedingungen setzen auch die Schwestern in der Heimat ihre Arbeit fort. 1944 zerstören Bomben und Feuer große Teile von Köln. Auch das in jenen Jahren noch sogenannte „Mutterhaus“ und das Schwesternaltenheim werden ein Raub der Flammen.
In guter Erinnerung dagegen bleibt, wie es gelungen war, die Zusammenarbeit mit den Bonner Universitätskliniken noch weiter auszubauen – so hatte die Schwesternschaft die Pflege in der Medizinischen Klinik, der Frauen-Medizinischen Poli-Klinik und Nervenklinik übernommen – und ein geeignetes Haus im Venusbergweg 17b war bereits gefunden.
So beschließt der Verein den Umzug von Köln nach Bonn und kümmert sich mit besonderem Engagement in den folgenden Jahren um die Förderung der Schwesternausbildung und den Ausbau der Krankenpflegeschule an den Bonner Universitätskliniken. Auch die spätere Hochschule vom Roten Kreuz, die Werner-Schule in Göttingen, bietet bereits mehrmonatige Weiterbildungs- und kürzere Fortbildungskurse an. Schon in den Fünfziger Jahren hat Fortbildung für Schwesternschaft einen hohen Stellenwert.





